Nancy Faeser fordert Bekenntnis zur Marke Opel und zum Standort Rüsselsheim – „Bruch von Vereinbarungen nicht akzeptabel“

Wiesbaden, 30.01.2021 Photoshoot Nancy Faeser, hier: Nancy Faeser. photo © peter-juelich.com

Die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag und der SPD Hessen, Nancy Faeser, fordert von dem Automobilkonzern Stellantis, alle Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge bei Opel einzuhalten. „Stellantis muss sich klar zur Marke Opel und zum Standort Rüsselsheim bekennen“, sagte Faeser am Freitag in Frankfurt.

Anlass für Faesers Forderung ist die jüngst erfolgte Ankündigung des Konzerns, den Bereich bei Opel, der in Rüsselsheim die Produktionswerkzeuge für die Fahrzeugherstellung baut, vollständig zu schließen. „Stellantis bricht damit offensichtlich gültige Vereinbarungen mit dem Betriebsrat, die das Ziel haben, qualifizierte Arbeitsplätze und wichtiges Knowhow in Rüsselsheim zu erhalten. Das Vorgehen der Konzernführung ist schlicht nicht hinnehmbar. Offensichtlich haben die Manager von Stellantis das Wesen einer gedeihlichen Sozialpartnerschaft und den Wert eines fairen Interessenausgleichs zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern nicht verstanden“, kritisierte Nancy Faeser.

Der Stellantis-Vorgänger, der französische Autobauer PSA (Peugeot/Citroen), habe sich bei der Übernahme von Opel vertraglich verpflichtet, in den Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze zu investieren, so Faeser, die sagte: „Stattdessen wurden die Getriebeproduktion geschlossen, wesentliche Teile des Entwicklungszentrums verkauft und das Ersatzteillager in Rüsselsheim faktisch aufgegeben – und nun auch noch der Werkzeugbau. Auch der Plan, die Produktionswerke von Opel in Rüsselsheim und Eisenach aus dem Unternehmen herauszulösen und künftig als eigenständige GmbHs zu führen, widerspricht dem Geist der bestehenden Vereinbarungen und Verträge. Was Stellantis mit Opel macht, zielt erkennbar darauf ab, die Mitbestimmung zu schwächen und ein traditionsreiches, profitables Unternehmen im Sinne einer globalen Gewinnmaximierung zu zerteilen. Das können weder die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch wir als politische Entscheidungsträger hinnehmen. Die SPD steht jedenfalls an der Seite der Opel-Beschäftigten. Wir erwarten von Stellantis, dass der Konzern bei Opel endlich eine konsensorientierte Unternehmensentwicklung sicherstellt. Denn der faire Interessenausgleich war und ist ein wichtiger Bestandteil des industriellen Erfolgs unseres Landes. Es gilt, dieses Erfolgsmodell zu bewahren.“