Nancy Faeser fordert mehr Tempo beim Impfen – Landesregierung muss Hausarztpraxen jetzt vorbereiten

Die Fraktions- und Landesvorsitzende der SPD Hessen, Nancy Faeser, fordert mehr Tempo bei den Corona-Impfungen und die Einbeziehung der Hausarztpraxen in den Impfprozess. In der vergangenen Woche hatten die Hersteller der Corona-Impfstoffe bereits signalisiert, dass bald mit deutlich mehr Impfstoff zu rechnen und dieser auch bei normaler Tiefkühlung noch einige Zeit verwendbar sei. Laut Medienberichten bereitet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn deshalb eine Änderung der Corona-Impfverordnung vor, die es Hausarztpraxen erlauben soll, Corona-Impfungen durchzuführen. Völlig unklar bleibe bislang jedoch, wann und wie schnell damit das Impfen in den hessischen Hausarztpraxen möglich werde und wie dieses ablaufen solle, kritisierte Nancy Faeser. Sie fordert eine baldige Vorbereitung der Hausarztpraxen durch den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Dazu erklärte Nancy Faeser am Sonntag:

„Wie so oft tut sich erst einmal lange Zeit nichts und dann soll es plötzlich holterdiepolter gehen. Das kann bei dieser wichtigen Frage nicht der Maßstab sein. In unseren Hausarztpraxen werden Patientinnen und Patienten längst zur Corona-Impfung beraten und auch beruhigt. Die Ärztinnen und Ärzte kennen ihre Patienten am besten, wissen um ihre Krankheitsgeschichte und haben ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, das die Bereitschaft zur Impfung positiv beeinflussen kann. Deshalb ist es sinnvoll, möglichst schnell mit den Impfungen in den Praxen zu beginnen. Dazu reicht es aber nicht, die Impfverordnung anzupassen – die Arztpraxen müssen auch zügig über den Ablauf informiert werden, damit sie alles Notwendige vorbereiten können.

Beim Impfen wurde wie auch bei der Vorbereitung des Schulunterrichts unter Pandemiebedingungen bereits zu viel Zeit verloren. Wenn tatsächlich so viel Impfstoff kommt, wie es in den vergangenen Tagen angekündigt wurde, dann müssen unsere Hausarztpraxen vorbereitet sein. Und sie brauchen weitere Priorisierungskriterien, mit denen sie zügig Patientenlisten erstellen und anschließend mit den Impfungen beginnen können. Vor lauter Regulierungsbemühungen dürfen wir nicht vergessen, worum es geht – nämlich möglichst schnell möglichst viele Menschen zu impfen.“

Bereits in der vergangenen Woche hatte die SPD-Fraktion einen Antrag in den Hessischen Landtag eingebracht, in dem sie das Land dazu auffordert, die Arztpraxen für die Covid-19-Impfungen vorzubereiten und die Planungen diesbezüglich zu intensivieren. Auch die Frage, wann wer geimpft wird, müsse noch einmal aufgerufen werden, so Faeser. „In den vergangenen Wochen wurde die Impfpriorisierung mehrfach erweitert. Beispielsweise Erzieherinnen und Erzieher sowie Polizeibeamte werden nun bereits geimpft. Gleiches muss beispielsweise für Lehrerinnen und Lehrer der weiterführenden Schulen und Verkäuferinnen und Verkäufer gelten“, forderte Faeser.