SPD-Fraktion fordert schnelle Öffnung der Impfzentren im ländlichen Raum – Faeser: Impfstrategie nachbessern

Auch nach dem Start der Corona-Impfungen in Hessen sind nach Auffassung der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag zu viele Fragen ungeklärt. Die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Nancy Faeser, hat die Landesregierung deswegen aufgefordert, die Impfstrategie des Landes besser zu erläutern. „Außerdem glaube ich, dass die hessische Impfstrategie in Teilen nachgebessert werden muss, vor allem bei der regionalen Verteilung der Impfdosen, die derzeit zur Verfügung stehen“, so Faeser am Donnerstag.

Nach dem Start der Impfungen für Bewohner und Beschäftigte von Alten- und Pflegeheimen durch die mobilen Impfteams müsse nun sichergestellt werden, dass die Möglichkeiten zur Immunisierung gleichmäßig über das Land verteilt würden, so Faeser. „Verhindert werden muss auf jeden Fall, dass der Eindruck entsteht, der ländliche Raum werde auch bei der Corona-Impfung abgehängt. Dass erst einmal nur sechs Impfzentren in den Ballungsgebieten ihren Betrieb aufnehmen sollen, der Rest des Landes aber weiter auf den Impfstoff warten muss, ist weder epidemiologisch noch politisch nachvollziehbar“, sagte die SPD-Fraktionschefin. Bei diesem von der Landesregierung festgelegten Verteilungsmodus würde die Impfung für älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen, die auf dem Land lebten, über Wochen erschwert oder gar unmöglich gemacht.

Nancy Faeser sagte: „Wer beispielsweise in Eifa im Landkreis Waldeck-Frankenberg wohnt, müsste zum Impfen erst einmal nach Kassel kommen – das sind mit dem Auto 100 Kilometer und mindestens anderthalb Stunden Fahrzeit, mit dem ÖPNV ist es eine halbe Tagesreise. Dasselbe gilt für Heidenrod-Wiesbaden oder Vielbrunn-Darmstadt und viele andere Orte in Hessen. Gerade für die Menschen mit der höchsten Impfpriorität, also Alte und Vorerkrankte, ist das nicht zumutbar. Deswegen kann der Weg nur sein, alle hessischen Impfzentren zeitnah in Betrieb zu nehmen und die Impfstoffe so zu verteilen, dass keine Region leer ausgeht. Angesichts der Tatsache, dass inzwischen auch der Wirkstoff von AstraZeneca amtlich zugelassen und verfügbar ist und dass die Produktion bei BioNTech hochgefahren wird, ist das machbar und darstellbar. In Rheinland-Pfalz beispielsweise gehen alle Impfzentren jetzt parallel in Betrieb. Auch die Impfzentren in Hessen sind seit Wochen einsatzbereit – es hat schlicht keinen Sinn, sie im ländlichen Raum länger brachliegen zu lassen.“