Internationaler Familientag – Verantwortung für ein gutes Leben unserer Kinder braucht gesellschaftliche Solidarität

Bild: Peter Jülich

Nancy Faeser: Verantwortung für ein gutes Leben unserer Kinder braucht gesellschaftliche Solidarität

 

Zum heutigen Internationalen Familientag hat die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Nancy Faeser, an die besonders schwierige Situation gerade junger Familien in der Corona-Krise erinnert. Faeser sagte am Freitag in Wiesbaden:

 

„Familien – ob als Paar oder als Alleinerziehende – mit kleinen Kindern stehen in diesen Tagen und Wochen unter einem besonderen Druck: Denn zu der Aufgabe, die Kinder bei geschlossenen Kitas und Krippen ganztägig zu Hause zu betreuen, kommen die Verpflichtungen des Homeoffice und vielfach materielle Sorgen durch Kurzarbeit oder gar den Verlust des Arbeitsplatzes in der Corona-Krise.

 

Der Stress in den Familien ist erheblich – und er wird in absehbarer Zeit nicht entscheidend weniger werden. Denn die schrittweise Öffnung der Schulen und Kitas unter den Bedingungen des Infektionsschutzes erlaubt ja nicht das normale Maß an Betreuung: Schulkinder werden bis zu den Sommerferien nur an ein oder zwei Tagen in der Woche zum Präsenzunterricht gehen können, und wie sich die Kitas ab Anfang Juni organisieren, ist mangels klarer Vorgaben aus dem hessischen Sozialministerium noch völlig unklar.

 

Vor diesem Hintergrund müssen die Eltern von Kindergartenkindern von den Betreuungsbeiträgen freigestellt werden, solange die Einrichtungen nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können. Das Land muss hier einspringen und den Kita-Trägern die Ausfälle ersetzen.

 

Darüber hinaus wäre es richtig und wichtig, die Lohnfortzahlung für Eltern, die zur Betreuung ihres Nachwuchses zu Hause bleiben müssen, über die bisher gewährten sechs Wochen hinaus sicherzustellen. Ich weiß, dass Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey an einer Lösung hierfür arbeiten und hoffe, dass sich der Koalitionspartner CDU einer familienfreundlichen Entscheidung nicht entgegenstellt. Es wäre unsolidarisch, wenn unsere Gesellschaft nicht bereit wäre, die Menschen, die die Verantwortung für ein gutes Leben ihrer Kinder wahrnehmen, mit allem zu unterstützen, was nötig ist.“