Antisemitismus konsequent ächten und bekämpfen

Judenfeindliche Novemberpogrome 1938

Nancy Faeser: Antisemitismus konsequent ächten und bekämpfen – Barbarei des NS-Regimes bleibt Mahnung und Warnung

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kulminierten die antisemitischen Übergriffe des NS-Regimes in Deutschland in einer Vielzahl von staatlich gelenkten Angriffen auf Synagogen und andere Einrichtungen der jüdischen Gemeinden sowie auf Wohn- und Geschäftshäuser von jüdischen Mitbürgern.
Zum 81. Jahrestag dieser Pogrome hat Nancy Faeser, die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag und der SPD in Hessen, vor einem Wiedererstarken des Antisemitismus in Deutschland gewarnt. Sie sagte:
„Die so genannte ‚Reichspogromnacht‘ war ein öffentlicher Ausbruch der maßlosen Barbarei, mit der das nationalsozialistische Regime Krieg, Elend und Verderben über Deutschland und Europa gebracht hat. Millionen von Menschen fielen dem mörderischen Rassenwahn des NS-Unrechtsregimes zum Opfer, ehe die Alliierten Deutschland befreien und in den Kreis der zivilisierten Völker zurückführen konnten.
Doch vielleicht ist der Firnis der Zivilisation dünner, als wir glaubten und hofften: Nicht erst mit dem rechtsterroristischen Anschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober wurde deutlich, dass der Antisemitismus wieder zur Gefahr für das friedliche Zusammenleben in unserem Land wird. Judenfeindliche Hetze im Internet und Verschwörungstheorien in völkischen Zirkeln münden in gewalttätige Übergriffe auf jüdische Mitbürger. Es ist längst an der Zeit, sich diesem widerwärtigen Treiben entgegenzustellen.
Wer aus religiösem oder politischem Hass heraus Menschen wegen ihres Glaubens angreift, der greift uns alle an – unsere Freiheit, unser demokratisches Gemeinwesen, die zivilisatorischen Errungenschaften der letzten sieben Jahrzehnte.
Gerade Deutschland schuldet den hier lebenden Menschen jüdischen Glaubens Respekt, Sicherheit und Schutz. Jeder einzelne in unserem Land muss sich gegen Antisemitismus – ganz egal in welcher Form er daherkommt – wehren. Judenfeindlichkeit ist nicht erst dann verabscheuungswürdig, wenn sie sich in Gewalt äußert. Wenn der Antisemitismus das Denken und die Sprache vergiftet, ist unsere Gesellschaft in Gefahr.
Deswegen gilt unverändert: Wehret den Anfängen!
Antisemitismus konsequent und entschlossen zu ächten, ob im öffentlichen Raum oder im Privaten, das ist unsere Verpflichtung vor der Geschichte und unsere Schuldigkeit gegenüber allen Menschen jüdischen Glaubens.“