Meldung:

12. September 2016

Temmes Verfehlungen wurden im Landesamt für Verfassungsschutz verharmlost

Wiesbaden (Pressemitteilung von Nancy Faeser MdL)

„Herr Hess bestätigte, dass von Seiten des Geheimschutzes des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV) Anfang Juli 2006 durchaus darüber nachgedacht wurde, Herrn Temme die Verschlusssachenermächtigung zurückzugeben und ihn wieder im LfV einzusetzen, obwohl sowohl der Tatverdacht gegen Herrn Temme als auch die dienstlichen Verfehlungen weiter im Raum standen. Warum gerade von Seiten des Geheimschutzes dieser Vorgang, dass ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes im Verdacht eines Mordes steht und gegen den im Laufe des Ermittlungsverfahrens zahlreiche Dienstverstöße offenkundig werden, so verharmlost wurde, kann ich nicht nachvollziehen.

Im Laufe des Ausschusses wurde herausgearbeitet, dass im hessischen Innenministerium bereits am 06.07.2006 Kenntnis von der bevorstehenden Presseberichterstattung in der BILD-Zeitung bestand.

Die Kollegin von Andreas Temme, Frau E., beschreibt, man habe sich innerhalb der Außenstelle Kassel über das Rekonstruktionsvideo vom Tatort unterhalten und hier habe Einigkeit bestand, dass Andreas Temme etwas gesehen haben müsse, sich aber aus Panik nicht als Zeuge gemeldet habe, auch weil er dienstlich nicht in diesem Internetcafe hätte sein dürfen.

Neu ist, dass Andreas Temme Dossiers über seine Kollegen angefertigt habe. Hiervon haben die weiteren Mitarbeiter des LfV bislang nichts berichtet, obwohl die Zeugin sagt, sie habe auch mit diesen und Vorgesetzten darüber geredet. Die Zeugin beschrieb Andreas Temme als ‚überengagiert‘ und berichtete von seinen Ambitionen die Außendienststellenleitung zu übernehmen.

Ebenfalls neu ist, dass nach ihrer Einschätzung als Quellenführerin, Andreas Temme die Bedeutung seiner Vertrauenspersonen auch im Bereich Islamismus aufgepeppt habe.“