Meldung:

Wiesbaden, 06. Juni 2016

Glaubwürdigkeit von Andreas Temme ist vollständig erschüttert

„In der heutigen Vernehmung von Andreas Temme durch den NSU-Untersuchungsausschuss hat sich der Zeuge erneut in Widersprüche zu früheren Aussagen von sich selbst und zu Aussagen weiterer Zeugen, sowie teilweise zu eigenen Aussagen in der heutigen Sitzung, verwickelt. Die ohnehin geringe Glaubwürdigkeit von Herrn Temme ist nun vollständig erschüttert.

In Bezug auf seine Kontakte zu den Hells Angels kommen immer wieder unterschiedliche Angaben, wann und wie oft diese stattfanden. Aber auch in Bezug auf die Ereignisse rund um die Tatnacht ist es seltsam, dass sich der Zeuge an manche Dinge ganz genau erinnern kann, an andere Details jedoch überhaupt nicht.

So gibt Herr Temme inzwischen an, dass Benjamin Gärtner als Quelle schwach war und kaum ergiebig. In seinem Jahresbericht 2004 schätzte er diesen noch als wertvoll ein. Dies habe er damals „vielleicht etwas euphorisch“ dargestellt, so der Zeuge heute.

Die erneute Vorhaltung des Rekonstruktionsvideos hat zudem weitere Fragen aufgeworfen. Herr Temme gab an, er habe die Polizisten damals auch gebeten die Perspektive von seinem Platz aus zu filmen. Eine solche Rekonstruktion ist dem Ausschuss bislang nicht bekannt, weshalb auch nicht geklärt wurde, ob und wie weit Herr Temme den Tatraum einsehen konnte.“