Pressemitteilung:

Wiesbaden, 12. Mai 2015

Abenteuerliche Zustände beim Hessischen Verfassungsschutz- ehemaliger Geheimschutzbeauftragter beruft sich auf Bauchgefühl!

Pressemitteilung der SPD-Landtagsfraktion

„Es handelte sich bei dem den damaligen Ermittlungen gegen Andreas Temme um die erste Mordermittlung, die sich gegen einen Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz richtete. Das Telefongespräch zwischen Herrn Hess als Geheimschutzbeauftragten und Herrn Temme als damaligen Beschuldigten in einer Mordermittlung erregt zudem seit der Berichterstattung in der Zeitung „Die WELT“ im Februar dieses Jahres bundesweit Aufmerksamkeit. Herr Hess, der schon zu Beginn seiner Vernehmung in der heutigen Sitzung des NSU-Untersuchungsausschuss angab, keinerlei Erinnerung an das Telefonat zu haben und auch im Verlauf der Vernehmung immer wieder nur auf die Akten verwies, ist daher aus unserer Sicht wenig glaubwürdig. Hier hätten wir konkretere Informationen erwartet. Herr Hess konnte nicht dazu beitragen, die im Raum stehenden Vorwürfe zu entkräften“, sagte Rudolph am Montag in Wiesbaden.

Auch auf die Frage, warum sich der ehemalige Geheimschutzbeauftragte zwei Wochen nach dem Mord an Halit Yozgat sicher war, dass Herr Temme als Täter nicht in Betracht käme, habe Herr Hess eine interessante Erklärung geliefert, so Rudolph. Herr Hess habe in diesem Zusammenhang ausgesagt, er habe „so ein Bauchgefühl“ gehabt.

Als „schwer nachvollziehbar“ wertete Rudolph die im Rahmen ihrer Vernehmung getätigte Äußerung der Kriminaloberkommissarin, die das Protokoll zum Telefonat während des Ermittlungsverfahrens verfasst hatte. Diese hatte das viel diskutierte Zitat von Herrn Hess als „scherzhaft“ bezeichnet und es aus diesem Grund nicht mit protokolliert.

„Die Vernehmungen der heutigen Zeugen malen aus unserer Sicht ein beunruhigendes Bild der hessischen Sicherheitsbehörden. Wir hoffen doch sehr, dass dort nicht nur mit Bauchgefühl und einem seltsamen Humorverständnis gearbeitet wird“, so der SPD-Politiker abschließend.